Polizeigewalt in Berlin (2006)

Wir veröffentlichen hier ein uns anonym zugespieltes Video vom 19. August 2006 in höherer Qualität als bisher im Netz verfügbar. Das 12-Minuten-Video dokumentiert Polizistinnen und Polizisten bei der Anwendung unverhältnismäßiger Gewalt im Einsatz gegen Aktionen des zivilen Ungehorsams. Hunderte Menschen versuchten im August 2006 durch Proteste und Blockaden einen Neonaziaufmarsch in Berlin-Pankow zu verhindern.

Das Video zeigt unter anderem, wie Polizeibeamte einem Teilnehmer der Proteste durch Schläge und Tritte einen Schädelbasisbruch zufügen. Dieser erstattete Anzeige, die allerdings von der Staatsanwaltschaft mit dem Hinweis beantwortet wurde, “dass auch die falsche Verdächtigung von Polizeibeamten eine Straftat (…) darstellen kann.” (Quelle: “Der Videobeweis.”, Berliner Zeitung vom 10. Juli 2010) Stattdessen wurde der Geschädigte wegen “besonders schwerem Landfriedensbruch” und “versuchter Körperverletzung” zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt.

Nachdem das Video bei Indymedia aufgetaucht war, erstattete er jetzt erneut Anzeige gegen die Polizeibeamten. Der Vorfall reiht sich ein, in den von Amnesty International vorgestellten Bericht “Täter unbekannt”, der Anfang Juli 2010 auf die mangelnde Menschenrechtsbildung von Polizistinnen und Polizisten in zahlreichen Tagesmedien aufmerksam gemacht hatte.

Download des Videos Polizeigewalt2006.ogg (200 MB) für den VLC-Player

Weitere Infos
http://www.amnestypolizei.de/
http://de.indymedia.org/2010/07/285896.shtml
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/302526/302527.php

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25 Antworten zu “Polizeigewalt in Berlin (2006)”

  1. add sagt:

    wozu habt ihr denn dieses unheimlich nervige gelaber zur angemeldeten demonstration fortsetzen kann hundert mal rein geschnitten? hat mich so unheimlich aggresiv gemacht, die dumpfe wiederholung, dass ich es nicht zu ende gucken konnt.

  2. freiheitsliebender sagt:

    ein sehr gut gemachtes aufklärungsvideo…danke für die mühe.

    immer mehr bürger_innen sind betroffen von polizeigewalt, ob auf anti-nazi-massenblockaden, auf sozialen protestaktionen oder um die nächste ecke. “der bürger in uniform” ist eine illusion – sie brechen das gesetz, “weil sie sich ermächtigt” sehen.

    der angriff auf die bürger_innenrechte in den “westlichen demokratien” nimmt weiter zu.

    beim g20-gipel in toronto ende juni ist der international vernetzte repressionsapparat wieder einen schritt weiter gegangen. massive festnahmen und angriffe auf alles, was auf der straße war und keine uniform an hatte. dieser einsatz wird nicht nur wegen seiner neuen qualität der “abschreckungsmaßnahmen” in die geschichte eingehen: er kostete 1 billion $!

  3. highlive sagt:

    ….bis einer weint ;-) …..A.C.A.B…….

  4. Sachsencop sagt:

    Ein sehr schönes Video, aber wo ist denn da die Polizeigewalt?

    Das Video ist wieder ein sehr martialisch geschnittener Versuch, stattlich legitimierte Zwangsmaßnahmen in den Dreck zu ziehen…leider ohne Erfolg.

    :-)

    • lächerliche Aussage sagt:

      “legitimierte Zwangsmaßnahmen” ?!

      Ist das Geschehen nach 7:00 auch eine legitimierte Zwangsmaßnahme ?
      Dreck ist das ! Ich hoffe die Cops werden eingebuchtet !

      • Sachsencop sagt:

        Wer sich einer polizeilichen Maßnahme widersetzt, muss mit Zwangsmaßnahmen rechnen…so ist das nunmal, und das weiß auch jeder von euch. Also beschwert euch nicht wenns mal zur Sache geht.

        • cocacabana sagt:

          raffst du es nicht?schau dir bitte die Verhältnismäßigkeit an…
          Leute die am Boden sitzen anzugreifen ist also eine “legitimierte Zwangsmaßnahme”?!
          in deiner beschränkten Welt vielleicht… nicht in meiner!!

          Kein Gott
          Kein Staat

          • lawandorder sagt:

            schluchzzz,jammer….

          • Sachsencop sagt:

            Wenn sie eine angemeldete Demonstration verhindern wollen, ist das gerechtfertigt.
            Und das Vorgehen dort ist doch normaler Standart.

        • Don´t trust the the police sagt:

          Was da am anfang für Polizeigewalt sein soll, zum. bei dem zuhalten von Mund und Nase weiß ich auch nicht, solange man danach wieder Luft bekommt…eig. noch legetim.
          Der rest allerdings wo auf Leute eingeschlagen und getreten wird was Mensch ja kennt von unserem lieben Schnittlauch, ist eindeutig Polizeigewalt! Und das die Bullen, also unteranderem auch du, dann eben damit rechnen müssen selber verletzt zu werden ist bei solchen Bildern (die noch vergleichsweise harmlos sind wenn ich an die andere Scheisse denke die ich schon erlebt habe) dann auch nicht verwunderlich. Ihr wisst alles rächt sich, und vllt. bist du es ja der bei der nächsten demo son Böller wie in berlin in die Fresse kriegt ;)

          Have a nice day darling!

          • LieberCop sagt:

            Hallo Leute

            Was mich immer wundert, ist dass einerseits Polizeigewalt angeprangert wird und andererseits durch – vor allem den “Linken Block” – massivst körperliche und auch psychologische (!) Gewalt ausgeübt wird. Für aussenstehende erweckt das wiederum einfach nur den Eindruck eines Gewaltexzesses junger unausgelasteter spätpubertierender Heranwachsender…

            *SachsenCop hat einerseits recht:*
            Zwangsmaßnahmen seitens der Polizei müssen geduldet werden und können auf dem Rechtsweg angefochten werden. Eine genehmigte angemeldete Demo muss geschützt werden, unabhängig welches politische Spektrum auf die Straße geht – und wenn es nunmal die rechten sind, dann ist es halt so. Wenn wir soweit wären, all den (noch nicht) verfassungswidrigen Parteien/Organisationen oder politischen Ausrichtungen das demonstrieren zu verbieten, nur weil wir sie nicht leiden können..wo endet das? Erinnert euch das an was ;) ?
            Niemand sagt etwas dagegen, eine Gegendemonstration zu starten. Aber auch die muss verfassungs- und gesetzeskonform sein: Keine Gewalt, keine Vermummung, keine Bewaffnung und wenn die Versammlung Auflagen oder Auflösung erfährt, müssen sich auch alle dran halten (schaut mal im Versammlungsgesetz nach).
            Wenn nun mal die rechtmäßige Demonstration der Neonazis gefährdet ist, muss dies notfalls mit Zwangsmitteln gewährleistet werden – das ist verfassungskonform!!!
            Würden die Demonstranten es nicht immer so übertreiben mit dem Widerstand, dann wäre weder polizeiliche Präsenz noch deren Einschreiten nötig! Denkt darüber mal nach. Ich war selbst schon eingesetzt auf Versammlungen und musste mich übelster Beleidigung ausgesetzt sehen – das ist extrem niveaulos und hat mit politischer Meinungskundgabe nichts mehr zu tun!!!

            @*Don’t trust the police*:
            Hast du sie noch alle? Du machst hier einen auf Opfer von Polizeigewalt und rufst zu massiver Körperverletzung auf? Schluck deine Böller selber, wenn es dich glücklich macht. Wenn du so ein Ding nach mir werfen würdest, könntest du was erleben!!!
            So Leuten wie dir geht es weder um politische Meinungskundgabe, noch um irgend ein “Widerstandsrecht” gegen Papa Staat. Du bist genau einer von der Sorte, die das nur als Plattform für sinnlose Gewaltexzesse benutzten. Und auch unter Polizeibeamten trifft die Gewalt nicht immer “Schläger” – stell dir vor der Böller würde mich treffen, wo ich noch nie vom Schlagstock in einer Versammlung Gebrauch gemacht habe. Wäre das richtig? Ohne weiteren Kommentar…

            *Um diesen Konsenz mal abzurunden:*
            Einerseits bin ich genauso gegen unverhältnismäßige Gewalt von meinen Kollegen und Schädelbrüche muss keiner davon tragen. Das unterstütze ich in keinster Weise. Und ich bin der letzte der meint, dass das nicht verfolgt werden sollte.
            Andererseits muss sich jeder an die eigene Nase greifen und das trifft auch auf Versammlungsteilnehmer zu. Auch Gewalt von der Seite ist nicht tolerierbar, hat nix mit Demokratie und dem Artikel 8 unseres Grundgesetzes vereinbares!!! Macht euch mal Gedanken darüber, ob ihr nicht lieber wählen geht oder euch wählen lasst, um etwas zu verändern – anstatt Leute anzugreifen, die überhaupt keine politischen Entscheidungen treffen und Frust an denen durch teilweise übelste Straftaten auszulassen.

            Sportliche Grüße

          • buntevielfalt sagt:

            ich schließe mich dem Kommentar von *LieberCop* an.
            Es gibt einige aus dem Linken Spektrum, die aus Politischmotivirter Einstellung Polizisten absolut nicht leiden können und feindlich und gewaltbereit gegenüberstehen, egal welcher Mensch in der grünen Uniform steckt. Sie sehen nur “Die Bullen” und das ist schon ein rotes Tuch, ein Dorn in ihren Augen und grund genug die Polizisten anzugreifen, körperlich oder verbal (beleidigen, anspucken, Steine, Flaschen, Brandsätze und auch Böller oder andere Gegenstände schmeissen.) oder regelrechte Schlachten zu führen, mit Barikaden usw.

            Den Polizisten macht es bestimmt keinen spass zwischen den Fronten stehen zu müssen um Ausschreitungen nach Möglichkeit zu verhindern, sei es linke oder rechte Front.

            Ich habe mal ein Linken gefrag, ,, Wie soll das gehen, ohne Polizei?, Soll ich mich bewaffnen um mich verteidigen zu können?” Er sagte, ,, na ja… nicht ganz ohne”. Ich will mir erst garnicht vorstellen wie es ohne Polizei aussehen würde, welche Zustände wären.

            Ich wünsche mir, das manche YouTube-Videos von Demos mal vom Vorlauf an gedreht werden und nicht erst ab Scene “Polizeigewalt”. Filmt doch auch mal wie Polizisten von Demonstranten gedemütigt, beleidigt, bespuckt, von Leuten mit Steine usw. beworfen werden. Diese Leute sind für mich Kravallmacher und diese Leute ziehen die zB. friedlichen AntiNaziDemonstranten in ein schlechtes Licht.

            Zitat von *LieberCop*
            “Macht euch mal Gedanken darüber, ob ihr nicht lieber wählen geht oder euch wählen lasst, um etwas zu verändern – anstatt Leute anzugreifen, die überhaupt keine politischen Entscheidungen treffen und Frust an denen durch teilweise übelste Straftaten auszulassen.”

            Oder steht den friedlichen Akteuren bei, ohne Gewaltaktionen.

          • RevoltToBeFree sagt:

            @LieberCop:
            Du sagst, “Zwangsmaßnahmen seitens der Polizei müssen geduldet werden und können auf dem Rechtsweg angefochten werden.” Dem ist eben nicht so, juristische Wege gegen Polizeibeamte enden in ca. 95% aller Fälle entweder mit einem Freispruch oder einer Einstellung des Verfahrens.
            Und nur weil Staat und Behörden erwähntes Spektrum noch nicht als verfassungsfeindlich deklariert haben, bedeutet das noch lange nicht, dass sie es nicht sind. Gesetz ist nicht gleich Moral. Und dass rechtsextreme Bewegungen nun mal verfassungsfeindlich sind, dürfte klar sein. Faschisten berufen sich auf ihr Recht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit. Ein Recht, dass diese ihren politischen Feinden niemals zugestehen würden. Wer auf Toleranz hofft, muss auch bereit sein jeweiliges zu geben. Ein Punkt, den Faschisten nicht so ganz einsehen ;)
            Dass es bei faschistischen Bewegungen um eine einfache Meinungsbildung geht, die man halt nicht leiden kann, entspricht auch nicht der Wahrheit. Niemand blockiert Anti-Atom-Demonstrationen und/oder auch umgekehrt. Weil es hierbei ganz klar um legitime Meinungsbildung handelt, was beim Faschismus nicht der Fall ist. Und wenn du dir mal die Entwicklung in den letzten Jahren anschaustm verspürst du auch deutliche Erfolge. Dresden 2010: ca. 10500 angereiste Neonazis, Dresden 2011: lediglich 700. Berlin 2009: ca. 1100 Neonazis, 2010: lediglich 500 und dieses Jahr KEIN Einziger ;) Ein Erfolg der nichts mit staatlichem Handeln zu tun hat, sondern ganz klar der Protestbewegung zu verdanken ist.

            Zu deinem Abschnitt bezüglicher unverhältnismäßiger Gewaltexzesse stimme ich dir grundlegend zu. Du darfst dabei jedoch nicht vergessen, dass von Seiten der Polizei auch oftmals Gewalt provoziert wird. Mal mehr, mal weniger. Und ich bin mir sicher, dass dir der Begriff “Agent Provokateur” auch ein Begriff ist. Was ich dir damit sagen will, müsstest du eigentlich wissen. Das Medienbild des “gewalttätigen Linksterroristen” ist, also so wie es in den Medien dargestellt wird, nichts weiter als ein inszeniertes Feindbild.

            Revolutionäre Grüße

  5. Klaus Schröder sagt:

    Berliner Zeitung, 10.07.2010

    Der Videobeweis – Von Polizisten misshandelt
    von Andeas Förster

    Berlin – Das Video vom 19. August 2006 zeigt Aufnahmen einer Demonstration gegen einen Neonaziaufmarsch in der Wisbyer Straße in Pankow. Plötzlich ist zu sehen, wie Unruhe entsteht, ein Trupp behelmter Polizisten in dicken Schutzanzügen stürmt durch die Menge, stürzt sich auf einen jungen Mann. Ein Beamter packt ihn am Hals, zwei weitere halten ihn fest. Der junge Mann wehrt sich nicht, kann sich nicht bewegen, trotzdem schlägt ihm ein Polizist die Faust ins Gesicht. Dann wird der Mann zu Boden gedrückt, ein Polizist kniet auf seinem Oberkörper. Als die Kamera näher herangeht, sieht man Blut auf dem Straßenpflaster. Im Krankenhaus wird ein Schädelbruch bei dem Festgenommenen diagnostiziert, noch heute trägt er Implantate im Gesichtsbereich.

    Staatsanwaltschaft ermittelt

    Der junge Mann in dem Video ist Paul B., Biophysiker. Vor vier Jahren war der heute 31-Jährige noch Student, im letzten Jahr hat er sein Diplom gemacht. B. hat die drei Polizisten auf dem Video jetzt angezeigt. Wegen Falschaussage. Sie hatten vor Gericht behauptet, er sei vermummt gewesen, habe einen Stein in der Hand gehabt und sich bei der Festnahme heftig gewehrt. Ganz anders also, als es auf dem Video zu sehen ist. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Ermittlungen aufgenommen.

    Paul B. wurde bei der Gerichtsverhandlung im Juli 2007 wegen besonders schwerem Landfriedensbruch und versuchter Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. In der Verhandlung wurde ein Polizeivideo von der Demo gezeigt. Auch darauf sieht man den losstürmenden Polizeitrupp von der 12. Berliner Einsatzhundertschaft auf der Wisbyer Straße. Zur Festnahme schwenkt die Kamera aber nicht. Erst als Paul B. am Boden festgehalten wird, geht der Kameramann zu ihm hin. Ob der Student vorher einen Stein in der Hand hatte oder sich zur Wehr setzte, ist auf dem Video nicht zu erkennen.

    Das zweite Video mit der eingangs beschriebenen Szene von B.s Festnahme ist vor einigen Wochen im linken Internetportal Indymedia aufgetaucht. Ein Journalist, der anonym bleiben will, hatte damals die Anti-NPD-Demo gefilmt und dabei eine ganze Reihe von polizeilichen Übergriffen dokumentiert. Zu sehen ist etwa, wie Beamte einem Demonstranten in den Unterleib treten, wie Sitzblockierer an den Ohren von der Straße gezogen werden, wie Polizisten Mund und Nase von Festgenommenen zudrücken, so dass diese keine Luft bekommen. Zu sehen ist auch Paul B. auf der Wisbyer Straße. Er ist nicht vermummt, hat keinen Stein in der Hand, und er wehrt sich nicht, als sich die Beamten auf ihn stürzen.

    Das Video, auf das der Rechtsanwalt Sebastian Scharmer im Internet gestoßen ist, belegt B.s Aussagen vor Gericht. Und widerlegt die Angaben der Beamten von der Einsatzhundertschaft. Dabei waren selbst die Zeugenaussagen damals widersprüchlich. Zwei Zivilbeamte, die das Geschehen auf der Wisbyer Straße beobachteten, sagten aus, sie hätten bei B. keinen Stein gesehen. Die drei Beamten, die den Studenten überwältigten, blieben jedoch bei ihrer Aussage. Das Gericht hielt sie für glaubwürdiger, weil sie keinen Grund hätten, so der Richter, die Unwahrheit zu sagen.

    Einen Grund hatten sie aber schon, denn auch B. hatte damals Anzeige erstattet wegen Körperverletzung. Das Verfahren wurde eingestellt. Als sich Paul B. in einem Brief hilfesuchend an die Senatsjustizverwaltung wandte, antwortete ihm Wochen später die Staatsanwaltschaft. Es gebe „erhebliche Zweifel“ an seiner Darstellung, stand in dem Brief, und der Satz: „Ich darf Sie vorsorglich darauf hinweisen, dass auch die falsche Verdächtigung von Polizeibeamten eine Straftat und auch einen Bewährungsbruch darstellen kann.“
    Er habe das als Drohung empfunden, die Sache endlich ruhen zu lassen, sagt Paul B. heute. „Ich hatte Angst, ich muss ins Gefängnis, wenn ich weiter um mein Recht kämpfe.“ Erst als das Video im Internet auftauchte, habe er Mut gefasst, die Anzeige zu erstatten.

    Aus Sicht von Anwalt Scharmer ist das, was seinem Mandanten widerfahren ist, kein Einzelfall. „Es gibt immer wieder Polizeigewalt, die aus Korpsgeist von Beamten vertuscht werden“, sagt er. Das zeige auch der jetzt veröffentlichte Untersuchungsbericht von amnesty international. „Der eigentliche Skandal aber ist, und das zeigt sich auch bei Paul B., wie die Justiz damit umgeht“, sagt Scharmer. „Es wird nur in eine Richtung ermittelt. Den Beamten wird mehr geglaubt als dem Opfer, auch wenn sie ganz offensichtlich eigenes Tatverhalten vertuschen wollen.“

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/302526/302527.php

  6. Klaus Schröder sagt:

    taz, 14.7.2010

    Demo gegen Neonazis
    Video zeigt Polizeiübergriff
    von GA

    Staatsanwalt ermittelt gegen Beamte wegen Falschaussage. Protestler zu Unrecht verurteilt? Er war 2006 beim Prostet gegen Nazis festgenommen worden und hatte dabei einen Schädelbruch erlitten.

    Ein Polizeieinsatz aus dem Jahr 2006 bekommt ein juristisches Nachspiel. Aufgrund einer Anzeige ermittelt die Staatsanwaltschaft derzeit gegen drei Beamte wegen Falschaussage. Sie waren damals an der Festnahme eines heute 31-Jährigen beteiligt, der später anscheinend zu Unrecht wegen schweren Landfriedensbruchs verurteilt wurde. Udo Wolf, Vorsitzender der Linksfraktion, hat eine schnelle Klärung des Vorfalls gefordert.

    Paul B. hatte am 19. August 2006 gegen eine Nazidemonstration in Pankow protestiert. Die Beamten hatten B.s Festnahme später damit begründet, dass er einen Stein habe werfen wollen. Paul B. hatte bei der Festnahme einen Schädelbruch erlitten. Seine Anzeige gegen die Beamten wegen schwerer Körperverletzung blieb folgenlos. Er selbst wurde zu 17 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

    Erst vor Kurzem wurde B.s Anwalt Sebastian Scharner auf ein Video aufmerksam, das bereits 2007 im Internet zu sehen ist. Es zeigt, dass B. weder einen Stein in der Hand hatte noch sich gegen die Festnahme gewehrt hatte. Anwalt Scharner hofft nun, dass die Ermittlungen zu einer Verurteilung der Beamten führen. Das wäre auch die Chance für die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen seinen Mandanten und einen Freispruch.

    Unterdessen sagte der Rechtsanwalt Thomas Herzog, dass einer der drei beteiligten Polizisten schon mehrfach mit fragwürdigen Aussagen aufgefallen sei. Ihm seien drei Prozesse gegen Demonstrationsteilnehmer bekannt, die mit Freispruch geendet hätten, weil dem Beamten G. nicht geglaubt wurde. Einmal habe er G. wegen Falschaussage angezeigt. Das Verfahren sei zu seinem Erstaunen eingestellt worden, so Herzog.

    Die Polizei konnte aktuell keine Stellungnahme abgeben. 2006 hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch heftige Kritik an dem Einsatz zurückgewiesen. Ihm lägen keine Erkenntnisse über unverhältnismäßiges Einschreiten vonseiten der Polizei vor.

    http://taz.de/1/berlin/artikel/1/video-zeigt-polizeiuebergriff/

  7. berit sagt:

    http://www.gulli.com/news/video-zu-polizeigewalt-in-berlin-aufgetaucht-2010-07-11

    Video zu Polizeigewalt in Berlin aufgetaucht

    Ein Student wurde im Jahr 2006 nach einem Übergriff der Polizei mit einem Schädelbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Er trägt als Folge bis heute Implantate. Seine Anzeige wurde aufgrund falscher Aussagen von Polizisten eingestellt. Das Video beweist aber das Gegenteil.

    …Die Auseinandersetzung gipfelte in einem Schädelbruch, die Implantate im Gesichtsbereich werden Paul dauerhaft begleiten. Im Video (Download hier) werden zahlreiche andere Fälle von polizeilicher Gewalt dargestellt. Demonstranten wurde mehrfach systematisch die Luft abgedrückt, einem Teilnehmer trat man mit Knien in den Unterleib, andere Demonstranten wurden gedemütigt und regelrecht gequält…

  8. Anonymous sagt:

    Wieso regt ihr euch so auf?!

    Wenn ihr polizist wärt, und eine person mit einer “pace” Flagge auf einer straße steht auf die steine geschmissen wirdt, dann zeiht man sie weg, zur eigenen sicherheit.
    Wenn eine Demo angemeldet ist, wer hat das recht, diese Demo zu unterbrechen? Wir leben in einer Demokratie, da darf jeder demonstrieren wie er will, ob rechts oder links. Da hat niemand das Recht zu, so etwas zu unterbinden, nur weil er politisch andere Meinung ist. Klar ist es nicht okay, rechts zu sein, aber die Polizei macht ihren Job und wenn bei 1000 demonstranten, einem die Naseblutet weil er etwas grober angefasst wurde, ist das kein Grund von “Polizeigewalt” bla bla bla zu Quatschen. Wer sich auf so eine Straße setzt, der weiß das er mit gewalt dort weggeschafft wird, wenns mit rede nicht mehr klappt,
    Selber schuld wenn euch die fresse blutet, nicht anstellen, ist in paar wochen auch wieder verheilt, meine güte, is doch niemand schwer verletzt worden und wenn passiert so etwas auch mal, wie viele polizisten wurden dort wohl verletzt, stellt ihr kaputten euch diese frage auch mal?

    • uv-b sagt:

      Doch, es ist jemand schwer verletzt worden:
      “Im Krankenhaus wird ein Schädelbruch bei dem Festgenommenen diagnostiziert, noch heute trägt er Implantate im Gesichtsbereich.”

    • Georg sagt:

      Hast du auch diese aggressive Grundstimmung bemerkt? Menschen die gewalttätig auf der Straße sitzen. Terroristen, die den Dienstleiter sprechen wollen. Und sogar ein linksradikaler Autonomer der brutal seine Hände vor den Kopf hält. Kein Wunder, dass die Polizei ihm den Schädel brechen musste, so wie er sich verhalten hat. Er war ja auch vermummt und hat Steine geworfen.
      Dass ich nicht lache…
      Auf der Demo hat sich allerhöchstens einer von den Bullen den Finger verstaucht, als er einem Demonstranten unseren Rechtsstaat mit der Faust näher gebracht hat. Und wahrscheinlich hat dieser Cop dann auch noch Schmerzensgeld wegen Körperverletzung in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bekommen.
      Je öfter ich auf Demos gehe, desto öfter denke ich darüber nach, ob mein Pazifismus noch sinnvoll ist. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mich freue wenn ich lese, dass Cops verletzt wurden. Oder mit deinen Worten “Selber schuld wenn euch die Fresse blutet; ist in ein paar Wochen wieder verheilt”.
      BTW: Schädelbasisbruch ist nicht Fresse bluten, sondern in meinen Augen ein Mordanschlag. Hoffentlich werden die Arschlöcher zu Haftstrafen verurteilt, die es ihnen unmöglich machen ihre Aggressionen weiterhin in Uniform auszuüben. Mehr kann man ja nicht hoffen…

      • El Anonymo sagt:

        Auch deine Grundstimmung ist aggressiv ;)
        Wenn du der Meinung bist, dass Gewalt keine unschuldigen Personen treffen sollte, machst du dir dann auch Gedanken drüber ob der Polizist den du verletzt sehen willst das verdient hat? Nicht alle Uniformträger sind Schläger und Verbrecher…Die “Schläger” in deinen Augen sind nicht mal mehr das Gro.
        Kannst du unterscheiden, welcher Bulle ein Schläger ist und welcher nicht? Oder sind alle Bullen nur wegen ihrer Uniform schon schuldige Verbrecher die man verletzen muss? Dann wäre deine Grundeinstellung pervers …

    • 1Mai'ler sagt:

      Ich habe dieses Jahr das geschehen in Berlin beobachtet, wenn jemand auf der Strasse steht wird niemand diese Person mit Steinen bewerfen, dass einzige Ziel sind uniformierte Polizisten. Die Bullen haben diese Frau in Gefahr gebracht, da sie sich ihr genähert haben. Sie hatte ja keinen Helm und Schutzpanzer unter der Kleidung die Steinen standhalten könnte.

  9. Keine Macht den Bullen sagt:

    Man fühlt sich hilflos diese ständige Gewalt von Polizisten zu erleben,die Gewalt die vom Staat geschützt wird und so Menschenverachtend ist.
    Man fühlt sich berufen um diese Zustände zu bekämpfen.

    Es ist eine totale unterdrückung sich nicht gegen Polizeigewalt wehren zu dürfen,da eine legitime Gegenwehr ob körperlich oder verbal in ein sofortiges Strafverfahren leitet.
    Aber die Zeiten werden sich ändern,dann nützt es auch nichts wenn ihre Panzerung noch stärker wird,sie noch mehr Tränengas einsetzen und sie noch gewaltätiger werden.
    Wir haben schon zulange zugeguckt wie Menschen Misshandelt oder Umgebracht wurden.

    • lawandorder sagt:

      tränengas gibts schon lange nicht mehr….die cops arbeiten “up to date” nämlich mit pfefferspray…keep smiling…

      si vis pacem para bellum

  10. jesus sagt:

    mit solch einer ansammlung von verhältnissmäßig sehr schwachen zwangsmagnahmen verzerrt ihr nur das bild von wiirklich heftiger polizeigewalt die es bei fast jeder demo gibt.

  11. Ole sagt:

    Körperliche Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen – auch nicht durch den Staat. Scheiss Prügelzei Pack.

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